13 Tek Attaks auf des Ballermanns Kist, Johoho...

von Köbes
Der ursprüngliche, nicht verwirklichte Spielplan

Nun konnte das Ahojtek Soundsystem schon zum 13. Mal Bingen zum Beben bringen. Dazu erstmal ein riesiges Dankeschön an die ganzen treuen Gestalten, die mit uns seit bald 9 Jahren feiern, dass die Schwarte kracht. Es war eine wundervolle Zeit voller Höhepunkte, die jeden kleineren Ärger wert waren, der sich über uns ergoß, egal ob Körperflüssigkeiten, Nebelfluid, Getränke oder was auch immer - letztlich lässt sich alles abkärchern.

Auch bei dieser Edition galt es, auftretende Untiefen gekonnt zu umschiffen, etwa wie die drei sehr kurzfristigen Absagen von Künstlern - am schmerzhaftesten für mich natürlich vom guten Smatik, dem es aber zum Glück wieder besser geht. Daneben mussten wir sowohl auf den Gärtner verzichten - was uns also unerwarteter weise eine Tek Attak ohne digitale DJs bescherte - wie auch zum wiederholten Male das schon lang erwartete Liveact Debut von Pluta²³.

Der Zeitrahmen ließ noch zu, dass ich kurzerhand mit Xolosody den Wagen bestieg, damit er seinen Koffer holen konnte, denn er hatte sich bereit erklärt, eine Eröffnung zu improvisieren. Zum Glück war bei meiner währenddessen zu leistenden Thekenschicht nicht viel los, so dass ich endlich mal wieder in den Genuß kam, einem seiner Sets über die Ahojtek Anlage zu lauschen. Die hypnotischen Repetitionen und psychedelischen Klänge brachten mich zum mitwippen und inspirierten mich, in dieselbe Kerbe zu schlagen:

Denn dann übernahm ich, aufgrund der Verwerfungen im Spielplan viereinhalb Stunden früher als erwartet und mitten in meiner Thekenschicht, die mir glücklicherweise abgenommen wurde (merci, ihr lieben!). Leider traute ich mich noch nicht, meine neue Strategie für Bootlegs anzuwenden; man darf also gespannt sein, für die nächsten Parties habe ich noch was vor. Das hieß also auch meinerseits: Keine Überraschungen, ein Takt ohne Kick ist vergeudet und Stumpf ist Trumpf. Oder, wie mir erst kürzlich angetragen wurde: Radikal einfach, einfach radikal. (hier dem Mitschnitt lauschen)

Die nun folgenden Ehrengäste haben, um den Künstlerschwund aufzufangen, längere Sets gespielt, und zwar so gekonnt, dass man sich nicht über Längungen beschweren konnte, sondern im Gegenteil völlig auf seine Kosten kam.

Den Anfang machte Nomad_PAW, der aus der Schweiz angereist war, und ließ fingerfertig die Scheiben auf den Plattentellern rotieren. So zauberte er ein großartiges und abwechslungsreiches Tek Set, dessen Tanzbarkeit seinen Platz als einzigen DJ des Abends verdient machte

Im Anschluss übernahm Enklertrick das Feld, aus traurigen Gründen diesmal allein, dafür aber mit mehr Geräten als wir es gewohnt waren. Die zusätzliche Zeit sorgte dann auch noch dafür, dass ich noch ganz neue Facetten in seinem Werk entdecken konnte, und ließ noch einige andere neben mir begeistert mitstampfen.

Die letzten Stunden des geplanten Programmes bestritt Ketavidivatek, der einen raumgreifenden und elaborierten Aufbau dazu nutzte, uns in eine tiefe und phantasievolle Acidcore-Welt zu entführen.

Leider verpasste ich wegen eines dummen Gefallens einen großen Teil davon; Glück im Unglück ist aber, dass ich die oben beschriebenen beinahe 9 Stunden feinsten Teknos mitgeschnitten habe; um eine hohe Qualität zu gewährleisten, kam sogar der untere Koffer des alten, nicht virtuellen DMDJT Aufbaus zum Einsatz, mit den gescheiten AD/DA-Wandlern. Bis auf gelegentliches Clipping, weil ich nicht genug Luft nach oben gelassen habe und ich daher hin und wieder runterregeln musste, sind also ein paar sehr anständige Aufnahmen dabei rumgekommen. Ich will nicht zu viel versprechen, aber damit habe ich noch Pläne.

Leider konnte ich nur ein Stündchen von dem sich an die reguläre Programm anschließende Kollaboration von Ketavidivatek und Enklertrick aufnehmen, weil ich mich im Morgengrauen auf den Heimweg machte. Doch auch dieses klang großartig, und ich verneige mich tief vor diesen mit Ausdauer vorgetragenen künstlerischen Leistungen der beiden! Von Herzen Dank dafür!

Auch nicht unerwähnt lassen will ich den unermüdlichen Tracky, dessen Leuchtfeuer immer monströsere Dimensionen annimmt, und dabei immer noch unerhört Spaß macht. Mir wurde zugetragen, die absolute Brachialität bis zum White-Out wurde dann am Morgen zelebriert, mit dem Ergebnis, dass beim nächsten Mal das andere Stroboskop ranmuss, bis dieses repariert ist.

Mein Feierjahr hat also schon wieder hervorragend begonnen, und, wie man sieht, die Motivation zur Pflege des Ballerlogbuchs neu entfacht. Dafür gebührt der Dank einem regelmäßigen Gast :) . Ich habe mir fest vorgenommen, grade auch das Lauschfutterangebot deutlich auszubauen.

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